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Re: Ext3: /.journal

To: bolug@xxxxxxxxxxx
Subject: Re: Ext3: /.journal
From: Jörg Prante <joergprante@xxxxxxxxxxxxx>
Date: Tue, 1 Oct 2002 23:13:01 +0200
Am Dienstag, 1. Oktober 2002 10:16 schrieb Michael Schuerig:
> On Tuesday 01 October 2002 09:26, ingo fischenich wrote:
> > Michael Schuerig <schuerig@xxxxxxx> writes:
> > > Ich habe schon vor längerer Zeit meine Filesysteme ohne Probleme
> > > auf ext3 umgestellt. Da alles funktioniert hat, habe ich mir keine
> > > weiteren Gedanken gemacht... Nun habe ich gerade in meinem /-FS die
> > > Datei /.journal entdeckt. Ihr Änderungsdatum liegt fast ein Jahr
> > > zurück, ziemlich genau da, wo ich den Zeitpunkt der Umstellung von
> > > ext2 auf ext3 vermute. Mich überrascht, dass es in den anderen
> > > Filesystemen keine vergleichbare Datei gibt.
> >
> > Ist mir letztens auch passiert, allerdings ist mir dann eingefallen,
> > daß ich vorher Partitionen umkopiert hatte (unter ext2).
> > Überprüf' also mal, ob die Datei genutzt wird ...
>
> Mit lsof und fuser finde ich keinen Prozess, der die geöffnet hält.
> Löschen kann ich sie trotzdem nicht (das war der Hau-Ruck-Test).

Klasse, selten so gelacht - Witz des Monats! Ich danke Euch, der Tag ist 
gerettet! :-))

ext3 besteht aus zwei Teilen: einen nahezu gleichen Dateisystem wie ext2 und 
den Journal Block Device Driver (JBD), welcher losgelöst von tatsächlichen 
Dateisystemen eine unabhängige transaktionsorientierte Schicht im Linuxkernel 
implementiert. Im Entwurf von ext3 spielt die Auf- *und* 
Abwärtskompatibilität eine Rolle, d.h. ext3 läßt sich wie ein ext2 Filesystem  
mounten, und umgekehrt! (sauberes umount vorausgesetzt). Um dies zu 
ermöglichen, speichert ext3 die Transaktionsdaten einfach in einer ext2 Inode 
ab. Diese wird als .journal sichtbar gemacht. Es handelt sich um eine 
Pseudodatei. Andere Journal FS wie XFS sind in der Hinsicht nativ; man merkt 
nicht, daß sie ca. 32 MB pro Partition "stehlen". XFS ist dabei noch pfiffig 
und kann ausgefeiltes logisches Journalling betreiben, wohingegen ext3 
physisch journalled, also die Größe des Journals der Partitionsgröße 
proportional ist. Physisches Journalling macht ext3 beim data=journal 
Schreiben allerdings schnell, maximal so schnell wie ext2, da viele Blöcke 
auf einmal in das Journal eingetragen werden können (write behind cache). Es 
ist total lustig, das Journal löschen zu wollen, oder nach Prozessen Ausschau 
zu halten, die die "Datei" nutzen. Es ist der Kernel selbst, und der ist 
passiv - jeder syscall auf ext3 greift auf die .journal Inode zu :-) Die 
Größe der Datei läßt sich beim Erzeugen von ext3 durch mke2fs durch die 
Option -J size=n einstellen. 96MB ist in der Tat ein bißchen groß, 32MB 
sollten es auch tun. Minimum sind 1024 Dateisystemblöcke.

Klasse, einfach Klasse...

Verweise:
[1] man mke2fs

[2] Lesestoff von drobbins: 
http://www-106.ibm.com/developerworks/linux/library/l-fs7/

[3] JBD API-Doc im Linuxkernel:
http://old.lwn.net/2002/0328/a/jbd-doc.php3

Grüße Jörg

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kontakt letzte änderung: 01.10.2002