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Re: Austauschbares Textformat

To: bolug@xxxxxxxxxxx
Subject: Re: Austauschbares Textformat
From: "Max J. Werner" <max@xxxxxxxxxxxxxx>
Date: Fri, 09 Sep 2005 08:18:20 +0200
Hi Bonner (der ich bald auch wieder bin ;),

Josef 'Jupp' SCHUGT schrieb:
> At Tue, 6 Sep 2005 08:40:10 +0200 (MEST), schmidt2@xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 
> wrote:
> 
>>Zusammenfassung zuerst: Gibt es eine austauschbare, verlässliche
>>Möglichkeit, Texte samt Formatierung zwischen Windows-Usern und
>>Linux-Profis hin- und herzutransferieren ohne dass es jedesmal
>>Probleme gibt?
> 
> Du schreibst "ohne dass es jedesmal Probleme gibt" und lässt damit
> Raum für Probleme, die sporadisch, einmalig, unter bestimmten
> Voraussetzungen oder nur bei bestimmten Partnern auftreten. Ich bin
> mir jedoch fast sicher, dass du in Wahrheit "und es höchstens in
> Ausnahmefällen Probleme gibt" oder gar "ohne dass es dabei Probleme
> gibt" meinst.
> 
> Wenn diese Annahme stimmt, dann gibt es darauf exakt eine Antwort, die
> dir vermutlich nicht gefallen wird: Nein, es geht nicht. 

Jupp, da muss ich dir einerseits (es geht nicht) teilweise zustimmen,
andererseits (es geht nur Word) widersprechen:

> Besser gesagt:
> 
>     Es gibt keine austauschbare, verlässliche Möglichkeit, Texte samt
>     Formatierung mit Windows-Usern hin- und herzutransferiere, bei der
>     keine Probleme auftreten können - egal welches Betriebssystem man
>     nutz und egal welche Textverarbeitung man verwendet!

Das ist auch meine Erfahrung. Ich arbeite in einem Verlag und selbst wir
haben immer wieder Probleme, gelayoutete Artikel zwischen mehreren
Rechnern (Macs) auszutauschen. Häufigstes Problem: Eine Schrift, die im
Dokument vorkommt, ist nicht auf allen Macs installiert.

Zwischen zwei verschiedenen, inkompatiblen Systemen (Linux <-> Windows)
erhöht sich das Problem noch. Die Schriftenverwaltung ist auf beiden
nicht trivial.

> Ich führe hierzu einen Beweis in drei Schritten. Zunächst zeige ich,
> dass für den Austausch nur das DOC-Format von Word in Frage kommt.

Das ist etwas zu einfach gedacht.

[...]
> 1. Wenn man voraussetzt, dass ein Windows-Benutzer eine andere
>    Software als Microsoft Word verwendet, sind Probleme unvermeidlich,
>    die in der die Lernunwilligkeit mancher Windows-Benutzer begründet
>    liegen. 

Dem muss ich vehement widersprechen: Wenn man kompatible Dokumente
zwischen mehreren Rechnern austauschen will, ist OpenOffice eine der
sehr wenigen Möglichkeiten (wenn nicht gar die einzige). Denn es läuft
sowohl auf Windows als auch auf Linux. Damit hat man erstmal eine Basis,
die natürlich noch eine Menge Probleme birgt (siehe  z.B. Schriftenproblem).

Dass Nutzer gar nicht so lernfaul sind, zeigen viele Beispiele, in denen
Firmen erfolgreich auf OpenOffice migriert haben (nicht mal unbedingt
von Windows weg).

>    Gleiches gilt, wenn ein Text nicht als DOC vorliegen
>    sollte. Damit ist die Verwendung des DOC-Formats eine zwingende
>    Voraussetzung.

Mit OpenOffice stimmt das dann auch nicht mehr.

> 2. Das DOC-Format ändert sich mit jeder neuen Release von Word. Egal

Hat sich mit OpenOffice erledigt.

> 3. Bleibt also nur die Möglichkeit Microsoft Word einzusetzen.

Nein.

[...]
> Jedenfalls gibt es eine im US-Bundesstaat Washington ansässige Firma,
> die bei ihren Dokumenten tatsächlich derart strikte Vorgaben macht -
> und *die* Firma sollte es es nun wirklich wissen. 

Ohne absolut strikte Vorgaben ist ein kompatibler Dokumentenaustausch
mit keiner Software der Welt möglich. Das ist also kein Word-immanentes
Problem, sondern eher eines der Dokumente, die ausgetauscht werden.

@Florian: Du machst ziemlich schwammige Angaben darüber, wozu du die
Dokumente überhaupt brauchst (Print, Screen) und ob es da wirklich auf
ein Layout ankommt. Denn wenn du wirklich Texte sinnvoll layouten
willst, bist du mit Word/OpenOffice & Co. an der gänzlich falschen
Adresse. Dazu brauchst du eine DTP-Software wie InDesign, XPress oder
Scribus. Wenn die Dokumente nur angezeigt oder gedruckt werden sollen,
ist natürlich PDF (da kann man die Schriften auch einbetten) die
richtige Wahl.

Ansonsten bleibt dir nichts anderes übrig, als dich auf eine einzige
Applikation, ein Dokumentenformat und fest vorgegebene Vorlagen zu
festzulegen (Schriften, Stilvorlagen, grundsätzliches Layout).

Schöne Grüße,
Max

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kontakt letzte änderung: 09.09.2005